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Bergturnfahrt

Bergturnfahrt - Traumwetter - Mungge - Schofför Wernu - Trailrunner - Duschen hinter der Hütte - ÖV - Biervorrat - grad Schwein gha - Mariannenhubel

Motiviert und voller Bewegungsdrang traf sich die wanderlustige Turner-Elf vom TV Schwarzenburg, bestehend aus drei Frauen und acht Herren am Samstagmorgen beim Bahnhof. Der Tourenleiter Matthias Remund hatte die Wanderung, Reise und Übernachtung bestens organisiert und sogar das perfekte Wetter bestellt. Mit dem ÖV fuhren wir auf die Grimmialp (Diemtigtal). Nach einem kurzen Boxenstopp im Restaurant ging es auf die ca. vierstündige Wanderung mit Höhepunkt auf dem Mariannenhubel, wo wir nach ca. 900 erklommenen Höhenmeter eine wunderbare Aussicht geniessen konnten. Anschliessend ging es weiter Richtung Fromatthütte, wo uns die flotten Hüttenwarte herzlich empfingen. Sofort nahm man den Platz auf der sonnigen Terrasse ein und erkundigte sich über das Bier-Inventar. „Es het no geng glängt“, meinte der Hüttenwart. Jedoch stemmte er in seinem Bierkörbli „au bott“ einige Flaschen vom Keller hoch. Die durstigen Turner konnten froh sein, hatten sie keine Konkurrenz in der Hütte. Einzig das Ehepaar, welches nach dem es die Turnerschar aus dem Schwarzenburgerland sah, eine abrupte Planänderung machte und der mit Adrenalin vollgepumpte und mit einer Banane (welche noch lange zu sprechen gab) behängte Bergläufer, der ausser Atem erzählte er habe einen Wolf gesichtet und so dramatisch wieder gegangen ist, wie er gekommen war, waren wir die einzigen Gäste. Während die acht Turner allmählich den Biervorrat schrumpfen liessen, wollten die drei Turnerinnen die lokale Fauna erkundigen. Siehe da, unweit von der Hütte, erspähten innert kurzer Zeit sie einen „Mungg“ in aufrechter Lauerstellung. Man fotografierte das prächtige Exemplar und wunderte sich, wie der „Mungg“ so lange regungslos stehen blieb. – Später, als eine der Munggen-Forscherinnen die Bilder des Tages genauer unter die Lupe nahm, stellte sich heraus, dass es sich um einen blossen Schatten handelte.

Diskret fragte die Dusch-Fanatikerin die Hüttenwartin ob es denn eine Duschmöglichkeit gäbe. Diese verneinte. Aber sie brachte kurzerhand zwei grosse Pfannen mit Wasser hinter die Hütte. Selbst diejenige, welche am Morgen die Ansage machte: „I dusche sicher nid, i wott morn so richtig stinke, wenni hei chume“, fand das Angebot verlockend. So gönnten sich die drei Frauen hinter der Hütte eine Waschaktion. Die Dusch-Fanatikerin schamponierte schlussendlich sogar die Haare in der Pfanne.

Anschliessend wurden wir mit einem feinen 5-Gänge-Hütten-Znacht verwöhnt. Wir genossen den Sonnenuntergang sowie den Mondaufgang (natürlich auf den Fotos nur halb so schön). Beim anschliessenden Kartenspiel wurde in einer Runde die Berichtschreiberin auserkoren. Ich habe als Verliererin die Ehre diesen Bericht zu schreiben. Als ich in der nächsten Runde ungewollt eines der vier letzten Biere gewonnen habe, konnte ich dies leider nicht gegen den Bericht tauschen. Eigentlich hätte den Bericht auch derjenige schreiben können, der gefühlt jedes Mal, wenn er vom Spieltisch aufstand den Kopf an der Lampe anschlug und zwar jedes Mal etwas härter. Grund dafür könnte sein, dass derselbe tagsüber, wenn es um den Gipfelwein ging, sich jeweils geschickt in der Mitte des Warte-Kreises platzierte und somit als Drehmittelpunkt die meisten Schlücke ergattert hatte. Der Spielleiterin wurde vorgeworfen, sie hätte einige Joker im Ärmel versteckt, hatte sie doch in jeder Runde „grad Schwein gha“. Dem später zugestossenen Tourenleiter erklärte sie das Spiel so, dass seine Züge auch zu ihren Gunsten liefen. Die drei Mungg-Forscherinnen waren von ihrer erfolgreichen Expedition so müde, dass sie früher den Weg ins Nacht-Lager einschlugen. Die durstigen Turner konnten, auch wenn der Biervorrat aufgebraucht war, noch etwas länger ausharren. Nachdem beim Zmorge die Energiereserven wieder gefüllt wurden, konnte die zweite Wanderung in Angriff genommen werden. Bei erneut strahlendem Sonnenschein stiegen wir auf den Fromattgrat, bevor wir den Abstieg nach Zweisimmen mit immer mehr drückenden Schuhen unter die Füsse nahmen. Dort angekommen, gönnten wir uns ein wohlverdientes, erfrischendes Getränk, bevor wir die Heimreise antraten. Kaum im Zug eingestiegen erspähten wir die Kontrolleure, wobei der guten Frau Nydegger einfiel, dass sie das Billet bereits gestern Abend „ghüderte“. Der Tourenleiter entschuldigte die nicht ÖV-gewandte Frau Nydegger sogleich bei der Kontrolleurin, bevor diese überhaupt die Billets verlangte. Frau Nydegger kam mit einem blauen Auge davon. Erschöpft aber glücklich kamen wir in Schwarzenburg an. Besten Dank an Matthias Remund für dieses super Wochenende. Ich kann den Event für nächstes Jahr nur weiterempfehlen.

Einen kleinen Tipp kann ich auch gleich weitergeben: Wenn du nach dem ersten Tag eine „Blattere“ hast und diese für den zweiten Tag mit Compeed Blasenpflaster überdeckst, sei schlauer als ich und warte gemäss Anleitung bis das Pflaster sich von selbst löst, wenn die Wunde verheilt ist und reiss das Pflaster nicht am Abend nach der Wanderung samt Haut weg. Auatsch.

 

Sara Beyeler

(Berichtschreiberin, Dusch-Fanatikerin, 3. Mungg-Schatten-Forscherin)

Du findest die Fotos dazu hier .